Burghauser Ringer auf Mission Titelverteidigung – „Eine Mammutaufgabe!“

30.08.2018



Ruhe - ein Wort, welches im Wortschatz der Burghauser Ringern ganz offensichtlich nicht existiert. Schweißtreibend waren die Anstrengungen für die Mitglieder der Abteilungsleitung der Burghauser Ringer in den vergangenen Wochen und Monaten. So galt es nicht nur mit den Deutschen Greco-Meisterschaften in der Burghauser Sportparkhalle ein ringerisches Groß-Event auszurichten, parallel dazu lag bei sportlichen Leitung um Anton Losowik natürlich auch der Fokus auf der anstehenden Mannschaftsrunde, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen.

Bald geht es für Matthias Maasch und seine Team-Kameraden wieder los

Personell mussten die Burghauser Ringer, die als amtierender Deutscher Mannschaftsmeister in die neue Saison starten, einige Anpassungen am Kader vornehmen, um auch weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Mit ausschlaggebend hierfür sind Änderungen im Regelwerk im Deutschen Ringsport, allen voran die Einführung eines neuen Punktesystems, bei dem Ringer nach ihren nationalen und internationalen Erfolgen zwischen -2 und +8 Punkten bewertet werden. Jedem Verein stehen bei Mannschaftskämpfen 28 Punkte zur Verfügung, die flexibel auf das Team verteilt werden können.

Insgesamt sicherte sich der SV Wacker die Dienste von sechs neuen Ringern. Mit Fabian Schmitt (57 und 60kg) und Witalis Lazovski (66kg) verstärken zwei amtierende Deutsche Meister den Burghauser Kader im griechisch römischen Stil. Mit beiden Ringern scheinen die Wacker-Schwerathleten einen echten Coup gelandet zu haben. Der sympathische Franke Schmitt – ausgemachter Wunschkandidat der der Wacker-Verantwortlichen - wird in den unteren Gewichtsklassen für einen zusätzlichen Qualitätsschub sorgen. Witalis Lazovski hingegen trainiert schon seit einigen Jahren beim SV Wacker und kann quasi in allen Gewichtsklassen zwischen 66kg und 75kg eingesetzt werden und stellt somit nicht nur qualitativ, sondern auch in Punkto Flexibilität einen echten Zugewinn dar. Ebenfalls ein reiner Greco-Spezialist ist er Serbe Mikheil Kajaia, der im Halbschwergewicht und Schwergewicht zum Einsatz kommen wird, um dort Ramsin Azizsir zu entlasten. Kajaia errang in diesem Jahr den zweiten Platz bei den Europameisterschaften. Dem gegenüber stehen die Abgänge von Mariusz Los und Virgil Munteanu, die beide in den unteren Gewichtsklassen zum Einsatz kamen.

Alle weiteren Neuzugänge gelten als reine Freistilspezialisten. Nominell stärkster Neuzugang ist der russisch-stämmige Türke Cengizhan Erdogan, der als 3-facher Europameister in der Klasse bis 66kg an den Start gehen wird. Mit dem Slowaken Soslan Gagloev sicherten sich die Burghauser Ringer zudem ein wahres Schwergewicht, der das Limit in der Klasse bis 130kg nahezu ausreizt. Gagloev kämpfte sich zuletzt bei den Europameisterschaften 2017 bis auf den fünften Rang vor und wird damit den Ungarn Armin Majoros ersetzen, den es zurück zum SC Anger zieht, weil er nach eigener Aussage berufsbedingt den Trainingsaufwand für die Bundesliga nicht mehr betreiben kann. Auch Markus Fürmann, der in der vergangenen Saison die Klasse bis 75kg Freistil abdeckte, wird in der kommenden Saison zurück zum SC Anger wechseln. Um diese Lücke zu schließen konnten sich die Burghauser Verantwortlichen mit Johann Steinforth hochklassigen Ersatz sichern. Johann Steinforth gilt als eines der aufstrebendsten deutschen Talente im freien Stil. In den letzten beiden Jahren sicherte sich Steinforth bei den Deutschen Meisterschaften Bronze, auf internationaler Ebene errang der 2017 den fünften Platz bei den Junioren-Weltmeisterschaften und 2018 ebenfalls den fünften Platz bei den U23-Europameisterschaften.

Gut einen Monat vor Rundenbeginn gab es bei den Ringern des SV Wacker Burghausen eine Änderung auf dem Trainerstuhl. Trainer Alexander Schrader trat nach den großen Erfolgen der letzten Jahre von seinem Amt als Cheftrainer der Burghauser Schwerathleten zurück. Auch ein Nachfolger, der in die Fußstapfen des erfolgreichen Wacker Trainers treten wird, war schnell gefunden. Mit Eugen Ponomartschuk übernimmt ein echtes Burghauser Urgestein das Traineramt des amtierenden Deutschen Mannschaftsmeisters und wird somit in der kommenden Saison sowohl auf als auch neben der Matte aktiv sein.

Doch nicht nur bei den Burghauser Ringern hat sich während der Sommerpause einiges getan, auch die Konkurrenz war nicht untätig. So rechnet Abteilungsleiter Jürgen Löblein mit einer spannenden Saison: „Bedingt durch das neue Punktesystem, bei dem Vereine, die mit vielen im eigenen Verein ausgebildeten Sportlern antreten können, einen klaren Vorteil haben, rechne ich mit einer Vielzahl an ausgeglichenen Kämpfen innerhalb der Bundesliga. Vor allem die bayerischen Vereine wie der SV Johannis Nürnberg oder auch der TSV Westendorf haben kräftig in ihren Kader investiert. Wir freuen uns schon auf spannende Duelle auf Augenhöhe, was die Attraktivität der Bundesliga sicherlich noch steigern wird. Schade hingegen ist der späte Rückzug vom Aufsteiger ASC Bindlach, durch den die 1. Bundesliga Süd nur mit sieben anstatt acht Vereinen an den Start gehen wird.“ Die Chancen für eine mögliche Titelverteidigung der Burghauser Ringer schätzt Jürgen Löblein realistisch ein: „Wir verfügen über einen starken Kader, aber trotzdem wird das verdammt schwer. Vor allem die Achse der Deutschen Ringer ist mit fünf amtierenden Deutschen Meistern, drei Vizemeistern und zwei Bronzemedaillengewinnern beeindruckend. Ich kann mich nicht erinnern, dass in der näheren Vergangenheit der derart hohe Anzahl an Medaillengewinnern bei Deutschen Meisterschaften im Kader von nur einem Bundesligen vereint waren. Nichts desto trotz muss man erst einmal sehen, wie sich das neue Punktesystem auswirkt. Eine mögliche Titelverteidigung stellt eine echte Mammutaufgabe dar. Wir werden in der kommenden Saison definitiv die Gejagten sein – jeder Gegner ist gegen den amtierenden Deutschen Meister besonders motiviert. Nichts desto trotz möchten wir in der kommenden Saison wieder eine gute Rolle spielen und so weit wie möglich kommen.“

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