Tolles Abschneiden der Wacker-Ringer bei U23-Europameisterschaft

11.06.2018



Am vergangenen Wochenende wurden in Istanbul die U23 Europameisterschaften im Ringern ausgetragen. Auch aus dem Burghauser Bundesligakader gingen dort zwei Athleten an den Start. Neben Halbschwergewichtler Erik Thiele, der bereits in der vergangenen Saison für Burghausen auf die Matte ging, stellte sich auch der Burghauser Neuzugang Johann Steinforth der Konkurrenz in der Gewichtsklasse bis 74kg. Für beide Ringer endete das Turnier mit guten Platzierungen. So sicherte sich Thiele nach starken Leistungen die Bronzemedaille, Steinforth schrammte an selbiger nur knapp vorbei und landete auf dem guten fünften Platz.

Freistil-Spezialist Erik Thiele konnte sich bei der U23-EM die Bronzemedaille umhängen

Den Auftakt machte Erik Thiele in der Klasse bis 97kg. Dort musste er bereits am Freitag die Qualifikation überstehen, in der er auf den Italiener Simone Iannattoni traf. Dieser stellte aber für den gut vorbereiteten Thiele keine große Hürde dar – kurz nach Beginn der zweiten Runde stand sein technisch überlegener Punktsieg fest. Auch im Viertelfinale blieb Thiele seiner Marschrute treu und punktete auch den Ungarn Balasz Juhasz nach allen Regeln der Kunst vorzeitig aus. Im Halbfinale traf Thiele dann auf den hoch gehandelten Weißrussen Dzianis Khramiankou. Auch hier lief zu Beginn für Thiele alles nach Plan: Dank einer konzentrierten Anfangsphase ging Thiele schnell mit 3:0 in Führung, die sein Gegner aber noch vor Rundenende zu egalisieren wusste. Im zweiten Kampfabschnitt fand Thiele dann gegen den späteren Europameister keine Mittel mehr und unterlag am Ende mit 6:3 nach Punkten. Doch im kleinen Finale fand Thiele zurück in die Erfolgsspur: Im Kampf mit dem türkischen Lokalmatadoren Feyzullah Akturk musste sich Thiele nicht nur einem bärenstarken Ringer stellen, auch das frenetische Publikum stand ganz hinter seinem Landsmann. Von Beginn an entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf, der taktisch geprägt war – kein Ringer wollte einen Fehler begehen. Nach einer Aktivitätszeit führte Akturk mit 0:1. Auch in der zweiten Runde empfand das Kampfgericht Thiele als passiv, was ihm eine weitere 30-sekündige Aktivitätszeit einbrachte. Doch dieses Mal mache er es besser: Nach einem mustergültigen Take-Down ging Thiele mit 2:1 in Führung. Diese Führung konnte Thiele auch bis zum Kampfende verteidigen und sich somit die Bronzemedaille sichern.

Der Burghauser Neuzugang Johann Steinforth ging in der stark besetzten Klasse bis 74kg an den Start und machte klar, warum die Burghauser Ringer in der kommenden Saison auf den jungen Athleten setzen werden. Im Achtelfinale traf Steinforth auf den Litauer Andrius Mazeika, den er in einem wahren Krimi mit 3:2 nach Punkten in Schach halten konnte. Bis kurz vor Kampfende lang Steinforth mit 1:2 in Rückstand. Erst 20 Sekunden vor Schluss gelang ihm die entscheidende 2-er Wertung, die am Ende auch zum Sieg reichte. Doch bereits im Viertelfinale traf Steinforth auf den russischen Top-Favoriten und späteren Europameister Zaurbek Sidakov. Trotz einer starken Leistung reichte es für Steinforth nicht zum Sieg – mit 7:0 unterlag er dem Favoriten klar. Da sich dieser aber ins Finale vorkämpfen konnte, bot sich für Steinforth in der Hoffnungsrunde nochmals die Chance auf Edelmetall. Dort traf er auf den Bulgaren Dzhemal Ali. Wie schon im ersten Kampf dauerte es bis in die zweite Runde, ehe Steinforth einen 0:1 Punkterückstand zu seinen Gunsten umdrehen konnte. Im weiteren Kampfverlauf konnte er weitere Unachtsamkeiten seines wild angreifenden Gegners ausnutzen, um am Ende seinen 6:1 Punktsieg festzustellen. Im kleinen Finale wartete mit dem Georgier Avtandil Kentchadze ein weiterer Ringer, der zum erweiterten Favoritenkreis auf den Titel zählte. Dieser Favoritenrolle wurde der Georgier schlussendlich auch gerecht. Mit 12:1 ließ er Steinforth keine Chance und sicherte sich somit den Bronzerang. Nichts desto trotz stellt der etwas undankbare fünfte Platz für Steinforth ein gutes Ergebnis dar, über den er sich durchaus freuen konnte.

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